Historie obcí a přilehlého okolí

Waltersdorf Post Oberpolitz

Die Gemeinde Waltersdorf wurde schon während der  Besiedlungin der Zeit von 1226 bis 1276 unter der Regierung Ottokars II. Přemysl gegründet. Zu den ersten Besitzern gehörten die Fürsten von Wartemberg aus Dauba.

Der Name Waltersdorf stammt offensichtlich vom damaligen beliebten Vornamen Walter, der hier entweder als Kolonisator oder als  Richter tätig war.

Die Zweiteilung der Gemeinde im Jahre 1502 an zwei Herrscher beeinflusste die Entwicklung der Gemeinde negativ. Das rechte Flussufer –  flussabwärts – gehörte zum Gutshof Neugarten (heute Zahrádky u České Lípy), das linke Flussufer gehörte später zum Gutshof Ober-Politz. Der Bach, der die Grenze bildete, versorgte sowohl die Mühle, die Fischteiche und später eine Knopffabrik mit Wasser.

Diese seit Jahrhunderten dauernde Teilung führte Waltersdorf in eine schwierige Situation, da die Untertanen durch die Herrschaft verschiedener Obrigkeiten zu Konflikten führten und schließlich zur Schlacht am Weißen Berg im Jahre 1620.

Während der Bauernkriege 1680 und 1775 standen die Waltersdorfer an der Seite der Aufständischen.

Erst  nach der im Jahre 1850 erfolgten Einrichtung der Bezirksämter und die Reformen in den staatlichen Verwaltungen, beendete die Teilung der Gemeinde.

 Im 18. Jahrhundert zählte das Dorf 50 Häuser. Hauptsächlich wurden landwirtschaftlichen Produkte, einschließlich Hopfen angebaut. Das Haus Nr. 37 beherbergte ein Gasthaus. Daneben waren verschiedene Handwerker, Händler und Viehzüchter tätig. 

Die erste Schule bekam Waltersdorf in den Jahren  1836 –1838. Ihr Bau wurde vom Bankier Joseph Zenker als Stiftsschule für Kinder beider Nationalitäten veranlaßt. Im Jahre 1875 wurde im Ort dann der Neubau eines Schulgebäudes veranlasst. Dieses war von großzügiger Bauart und sehr gut ausgestattet. Die Schule verfügte über eine Bibliothek mit 1400 Bänden in deutscher und tschechischer Sprache, eine Mineraliensammlung mit 767 Exponaten, 43 Musikinstrumenten für das Orchester, 2 Klaviere und umfangreiche physikalische und geografische Sammlungen.

Östlich der Gemeinde wurde 1812 Braunkohle entdeckt, die auch abgebaut wurde.

Zu den interessanten Ereignissen im Ort zählen zwei Tagen im Juni 1866 während des Preußisch-Österreichischen Krieges im Jahre 1866. Aus Angst vor dem preußischen Heer, flohen das   K.K. Bezirksamt, Steueramt und Finanzamt aus Böhmisch Leipa. Sie fanden Zuflucht  in der weiträumigen Schule in Waltersdorf. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass der Bezirksamtsvorsteher und der Kommissär die Führung den Beamten überließen und sie sich dem lukrativen Geschäft mit Frühkartoffeln widmeten. Waltersdorf wurde provisorisch für zwei Tage (24. und 25.6.1866) der Sitz der Bezirksverwaltung.

Ein wichtiger Nachweis für das Wachstum der Gemeinde Waltersdorf ist aus Unterlagen aus dem Jahr 1880 ersichtlich.  Der Ort zählte damals bereits 104 Häuser mit 610 Bewohnern. Diese passten sich schnell den neuen wirtschaftlichen Erfordernissen der neuen Zeit an. Aus früheren Ziegenzüchtern die in den umliegenden größeren Orten Ziegenquark und Butter verkauften, widmeten sich jetzt dem Getreide- und Hopfenanbau. Es dauerte nicht lange, bis sie sich der Glasindustrie und dem speziellen Glasschliff zuwandten..

Ihr Haupttätigkeitsfeld blieb aber der landwirtschaftliche Bereich mit der Produktion und dem Verkauf von Heu, Holz, Honig und Butter. Auch die Fischzucht zählte zu den wichtigen Wirtschaftsbereichen dieses kleinen böhmischen Dorfes.

 Über ein halbes Jahrhundert gewährte den Einwohnern den Lebensunterhalt auch die Lehner´sche Knopf-Fabrik mit der Produktion von Knöpfen  (Haus-Nr. 96).

Im Jahre 1921 lebten in Waltersdorf  466 Einwohner in 104 Häusern, alle deutscher Nationalität. Während der Zeit der 1. Republik gehörte die Gemeinde zum Politischen Bezirk Böhmisch Leipa.

In zahlreichen Vereinen der Gemeinde herrschte ein reges Leben. Unter anderem, existierte eine Wassergenossenschaft (1929 – 1935), die Meliorationen im Gelände organisierte und durchführte.

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges im Jahre 1945 mußte die deutsche Bevölkerung Waltersdorf verlassen. Schon am Ende des gleichen Jahres siedelten in der Gemeinde 396 tschechische Bewohner.

Bereits am 3. September 1945 begann der Schulunterricht in zwei Klassen mit insgesamt 98 Schülern.

Es war nicht leicht, nach dem Kriegsende das neue Leben anzufangen. Ein Teil der neuen Bewohner arbeitete in  der Landwirtschaft, die meisten aber mussten mit dem Fahrrad oder zu Fuß nach Sandau, in die ehemalige Textilfabrik Textilstroj, oder nach Oberpolitz, in die ehemalige Fahrradfabrik Achilles.

Verkehrsmittel war zu dieser Zeit für viele kleinere Ortschaften das Fahrrad, noch mit Petroleumlampen auf zerstörten Landstraßen.

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